Listenplatz 4: Dr. Joachim Klein

Zu meiner Person

Nach Promotion und Referendariat war ich Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft (FB 03) und hatte einen Lehrauftrag an der Universität Osnabrück. Ich war DaF-Dozent am Lessingkolleg für das Studienkolleg Mittelhessen und auch in einem Semester Daf-Lektor an der Tongji-Universität in Shanghai, bevor ich Lehrkraft für besondere Aufgaben an der FH Gießen-Friedberg (heute THM) wurde. Parallel nahm ich mehrfach Lehraufträge am Institut für Politikwissenschaft (FB 03) wahr. Danach hatte ich, mit Unterbrechung, mehrere Zeitverträge am Studienkolleg Mittelhessen. Seit 2020 bin ich dort unbefristet als Lehrkraft für besondere Aufgaben beschäftigt.

Studierenden Wissenschaft zu vermitteln ist erfüllend. Es gibt auch ausreichend Studierende. Das Problem ist die Personalpolitik, mit der die Vermittlung gesteuert wird. Fachleute mit Lehraufträgen und zeitlich befristeten Stellen übernehmen einen großen Teil dieser Aufgaben. Wer auf dieser Basis tätig ist, hat kein selbstbestimmtes Arbeitsleben. Nur die wenigsten können es sich leisten, einen angebotenen Lehrauftrag abzulehnen. Vielmehr ist jeder Lehrauftrag existenziell notwendig.

Zeitverträge lindern zwar die finanziell prekäre Situation, bieten aber nur den Schein einer Perspektive. Das ist kein selbstbestimmtes Arbeitsleben. Oftmals bedeutet ein neuer Lehrauftrag oder Zeitvertrag auch, sich in ein neues Gebiet sehr zeitintensiv einarbeiten zu müssen. Bei Lehraufträgen gilt dies als Vorbereitungszeit, die bereits in der Vergütung inkludiert ist. Anerkennung sieht anders aus.

Das HMWK legt dar, dass an der Universität Marburg „80 % der Lehraufträge kerncurriculare Lehre zum Inhalt“ haben. Dies gilt es, durch entfristete Arbeitsverträge zu honorieren und anzuerkennen!

Joachim Klein